Über das Zentrum für Peripherie

Das Zentrum für Peripherie widmet sich der künstlerischen Praxis und Strategie zur Erforschung der Thematik Randgebiet.

“Wo liegen die Zentren, was sind Peripherien, wie variabel sind sie bezogen auf Raum und Zeit?“, mit diesen Fragen setzt sich das Zentrum auf künstlerischer und wissenschaftlicher Ebenen auseinander. Es untersucht die Bedingungen sozialer Prozesse und deren Wechselwirkungen mit Kunst und Gesellschaft. Künstler, Handwerker, Architekten, Kuratoren, Philosophen und Wissenschaftler werden mit einbezogen. Das Ziel ist die Gestaltung von Räumen für autopoietische Prozesse.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung zunehmender räumlicher Disparitäten: Einerseits die Überbevölkerung in den Großstädten, einhergehend mit Wohnungsnot, Lärm, Stress und Hektik. Andererseits sich leerende Regionen und Kommunen. Was bleibt, ist Ödnis, Sparzwang und das Problem einer überalterten Bevölkerung. Sind Peripherien nur noch Produktionsort für Energie und Rohstoffe, Fläche für Fernstraßen sowie Lager für Abfall? Was kann man hier gegen Verarmung tun?

Ausgehend von der historischen Erfahrung, dass Zentren jederzeit wieder zu Peripherien werden können und umgekehrt, ist das Verhältnis mit Spannung, Macht und Einfluss verknüpft. Eine gesellschaftliche Veränderung im Sinn eines Schwindens von Hierarchien wird sich auf die Beziehung von Zentren zur Peripherie auswirken.
Das Zentrum für Peripherie nimmt die Situation Peripherie als Potenzial, Ausgangspunkt, Material und Freiraum.
Die Qualitäten der Ränder werden in den Vordergrund gestellt. Die sozialen und geografischen Ränder der Gesellschaft, die Peripherie, das Schrumpfen wird in seinen Möglichkeiten betrachtet. Der Freiraum, den die Peripherie bedeuten kann, wird beobachtet und genutzt.

Das Zentrum für Peripherie hat seine Nebenstellen in jedem Ort, der in eines seiner Projekte einbezogen ist. Sein geografischer Stützpunkt befindet sich in Nebelin, einem kleinen Ort in der Mitte zwischen Berlin und Hamburg.